Wer im Schwarzwald spazieren geht, wird ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit nie zu Gesicht bekommen: den Auerhahn. Nicht, weil er nicht da wäre – sondern weil es ihn immer seltener gibt. 2026 zählten Experten im Schwarzwald nur noch 93 Tiere, zehn weniger als im Jahr zuvor. Der Auerhahn ist damit eine der am stärksten bedrohten Vogelarten der Region. Das neue Original „Auerhahn · Schwarzwald“ greift genau dieses Spannungsfeld auf: ein Tier porträtieren, das kaum noch jemand lebend sieht.
Ein Vogel, der sich versteckt
Der Auerhahn ist der größte Vertreter der Raufußhühner in Europa – ausgewachsene Hähne erreichen bis zu einem Meter Körperlänge und vier bis sechs Kilogramm Gewicht. Sein Gefieder ist überwiegend dunkel, mit einem metallisch grün schimmernden Brustgefieder und einer auffälligen roten Zeichnung über dem Auge. Die Auerhenne dagegen ist deutlich kleiner und unscheinbarer gefärbt – perfekt getarnt im Unterholz.
Genau dieses Versteckspiel gehört zur Art dazu. Auerhühner sind extrem störungsempfindlich und meiden Lärm, Bewegung und fremde Gerüche konsequent. Jede Annäherung, jeder Wanderweg zu nah am Brutplatz, jede Störung während der Balz kann dazu führen, dass ein Revier aufgegeben wird. Diese Empfindlichkeit ist vermutlich auch einer der Gründe, warum die jährliche Zählung immer niedrigere Bestände ergibt.
Lebensraum: lichte Wälder statt dichtes Grün
Anders als man vermuten könnte, braucht der Auerhahn keinen dichten, dunklen Wald – im Gegenteil. Er ist auf lichte, alte Nadel- und Mischwälder mit offenen Flächen, Lichtungen und einer artenreichen Bodenvegetation angewiesen. Heidelbeersträucher liefern Nahrung, offene Bereiche Platz für die Balz. Genau diese Struktur ist im heutigen, oft dicht bewirtschafteten Wald selten geworden.
Der Schwarzwald zählt trotzdem zu den artenreichsten Naturlandschaften Deutschlands. Neben dem Auerhahn finden hier auch Luchs und Wildkatze noch Rückzugsräume – Arten, die auf große, störungsarme Waldflächen angewiesen sind und stellvertretend für den Zustand ganzer Ökosysteme stehen.
Was den Bestand stabilisieren könnte
Naturschutzverbände und Forstbehörden sehen in einer naturnahen, auf Lichtungen und Strukturvielfalt ausgerichteten Waldbewirtschaftung den wichtigsten Hebel. Wo Waldbesitzer, Forstbetriebe und Naturschutz zusammenarbeiten, lassen sich Lebensräume gezielt aufwerten, ohne die wirtschaftliche Nutzung des Waldes komplett auszuschließen. Für eine Art, die so empfindlich auf Störung reagiert, entscheidet aber am Ende vor allem eines: Ruhe. Weniger neue Wege, weniger Freizeitdruck in sensiblen Kernzonen, mehr geschützte Rückzugsflächen.
Quelle für die Bestandszahlen: Ministerium für Ländlichen Raum Baden-Württemberg.
Das Gemälde: ein Tier, das man selten sieht
Genau aus dieser Seltenheit entsteht die Idee zum Bild. Das Original „Auerhahn · Schwarzwald“ zeigt den Vogel nicht flüchtig oder aus der Distanz, sondern zentriert, aufrecht, in voller Präsenz – so, wie ihn in der Realität kaum jemand zu Gesicht bekommt. Das quadratische Format 60×60 cm bricht bewusst mit dem klassischen Hochformat der bisherigen Schwarzwald-Serie und gibt dem Tier den Raum, den es in echt längst nicht mehr hat.
Acryl auf Leinwand, flächige Farbfelder, reduzierte Formsprache – gemalt 2026 im Atelier in Schutterwald. Kein niedliches Wildtierbild, sondern ein Porträt mit Haltung.
Acryl auf Leinwand · 60×60 cm · 2026 · handgemalt in Schutterwald
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Warum das Motiv mehr ist als ein hübsches Bild
Ein Tier zu malen, das kaum noch jemand sieht, ist auch eine Entscheidung gegen das Vergessen. Der Auerhahn steht nicht für Idylle, sondern für einen Schwarzwald, der unter Druck steht – klimatisch, touristisch, forstwirtschaftlich. Wer sich ein Original oder einen Kunstdruck des Auerhahns ins Haus holt, hängt sich damit auch eine Frage an die Wand: Wie viel Wald braucht ein Wald, damit seine seltensten Bewohner bleiben?
Weiterlesen: Wolf · Schwarzwald – ein weiteres Tierporträt aus der Schwarzwald-Serie, über die Rückkehr eines anderen einst verschwundenen Wildtiers.