Das Schwarzwaldmädel ist eines der bekanntesten Heimatmotive Deutschlands — und gleichzeitig eines der am häufigsten reproduzierten. Auf Postkarten, Holztellern, Magneten. Meistens als nostalgisches Zitat. Selten als Werk.
Diese Werkserie versucht das Gegenteil. Sie nimmt die Bollenhut-Tracht ernst, aber nicht ehrfürchtig. Jede dieser zwölf Frauen — Maria Magdalena, Lina, Berta, Frieda, Hedwig, Hilda, Ida, Käthe, Klara, Lotte, Marta, Paula — ist ein eigenständiger Charakter. Keine Trachtenfigur. Keine austauschbare Folklore.
Was diese Werke gemeinsam haben
Jedes Original entsteht im Atelier in Schutterwald, beginnend als digitale Skizze am Tablet — Komposition, Farbflächen, Spannung. Erst wenn die Bildidee steht, geht es auf Leinwand. Acrylmalerei, deckend gemalt, hochpigmentiert, mit klaren Farbkontrasten statt nostalgischer Patina. Bei den Schwarzwaldmädchen geht es um Farbkraft und Charakter, nicht um Material.
Größen und Preise unterscheiden sich. Die kleineren Werke beginnen im mittleren dreistelligen Bereich, die großformatigen Porträts (60 × 80 cm und größer) liegen darüber. Jedes Original existiert exakt einmal. Signiert, ohne Galerie-Zwischenstufe, direkt aus dem Atelier. Versand und Abwicklung laufen über Etsy — das ist der Verkaufskanal, nicht der Marken-Auftritt.
Warum „modern" hier mehr ist als ein Schlagwort
Volkskunst war historisch nie statisch. Sie war immer das, was Menschen aus ihren Werkzeugen, ihrer Umgebung und ihren Erzählungen gemacht haben — handwerklich, eigensinnig, oft humorvoll. Eine Schnitzerei aus dem 19. Jahrhundert, die heute in einem Heimatmuseum hängt, war zu ihrer Zeit zeitgenössisch, manchmal subversiv, oft kommerziell.
Diese Schwarzwaldmädel-Serie versucht genau diesen Anschluss wiederherzustellen. Nicht durch Verkitschung, sondern durch Wiederbenutzen: den Bollenhut nicht als nostalgisches Zitat, sondern als formales Bildelement. Die Tracht nicht als Karneval, sondern als Komposition.
Für wen das hier ist
Diese Bilder passen nicht in eine Tourist-Information. Sie dürfen in einer Wohnung in Hamburg hängen, in einem Büro in Berlin, in einer Galerie in Stuttgart. Sie dürfen auch in Schutterwald oder Offenburg hängen — aber dann nicht weil sie Schwarzwald sind, sondern obwohl sie Schwarzwald sind und trotzdem zeitgenössisch funktionieren.
Das ist der Anspruch hinter dieser Werkserie. Tradition als Rohstoff, nicht als Kostüm. Material, mit dem man arbeitet — nicht Material, das man trägt.